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Blasenbildung

Definition

Bei Feuchtwetter wird eine geringe Menge Wasserdampf vom Lackaufbau aufgenommen und verdunstet bei trockenem Wetter wieder (Osmose). Dieser Vorgang ist normal und schädigt einen aufeinander abgestimmten Aufbau nicht.

Bei unsachgemäßer Untergrundbehandlung können hygroskopische, d. h. wasserziehende Substanzen (Salze) als Verunreinigungen zurückbleiben. Diese bewirken lokale Konzentrationen von Feuchtigkeit, die den Lackfilm als Blasen abheben. Blasen können als Erhebungen verschieden in Größe, Anordnung und Häufigkeit auftreten. Sie können zwischen den einzelnen Schichten, aber auch unter dem gesamten Lackaufbau entstehen. Bei trockenem Wetter bilden sich die Blasen größtenteils wieder zurück.

Blasenbildung

Ursachen

  1. Die zu lackierenden Oberflächen (Füller, blankes Blech usw.) wurden nicht genügend gereinigt. Verunreinigungen durch Salzrückstande, z. B. schmutziges Schleifwasser oder Handschweiß, bleiben vor dem Lackieren auf dem Untergrund. Die Anordnung der Blasen lässt Rückschlüsse auf die Ursache zu (perlschnurartig = Wischspuren, nestförmig = evtl. Handballen oder Fingerabdrücke).
  2. Nassschleifen von Polyestermaterialien ohne genügende Wasserausdunstzeiten vor der Weiterverarbeitung mit Grund- und Decklackmaterialien.
Blasenbildung
10fache Vergrößerung
Blasenbildung
Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme: Salzkristalle in geöffneter Blasenkuppe, 100fache Vergrößerung

Vermeidung

  1. Die zu lackierenden Flächen intensiv mit sauberem Leitungswasser reinigen. Schleif- und Reinigungswasser häufig wechseln, besonders im Winter, wenn Fahrzeuge mit Streusalz behaftet sind. Anschließend (je nach Untergrund) mit Glasurit 700-1 Reinigungsmittel, Glasurit 541-5 Silicon- und Teerfleckenentferner oder Glasurit 360-4 Blechreinigungsmittel reinigen.
  2. Polyestermaterialien nur trocken schleifen.

Reparatur

Den Lackaufbau bis auf „gesunde” Schichten abschleifen. Neuaufbau mit geeigneten Grund- und Decklackmaterialien.